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Schach für drei Spieler

Eine Stern-III-COLOR-SCHACH-Beispielpartie


Ein Beispiel sagt vielleicht mehr als tausend Worte. Hier gibt es einen roten Überfall, Gelb begeht einen Riesenfehler - und macht ihn fast wieder gut, Blau gewinnt schließlich. Bitte verzeihen Sie, sollten wir ein Matt in 3 Zügen nicht gefunden haben. Dies war eine Amateur-Partie. Uns war vor allem wichtig, die vielen Matts in 1 nicht zu übersehen.

Das Koordinatensystem zur Notation ist im Kapitel Die III-COLOR-Schachbretter erklärt. Einen Namen oder eine IOK (International Opening Keys)- Nummer für die Eröffnung kann ich nur schwerlich angeben (vielleicht B53/B01). Gelb spielt gegen Rot ansatzweise Sizilianisch, während Blau eine Moderne Verteidigung gegen den roten Schottischen e-Bauern und den gelben Englischen c-Bauern bevorzugt. Es spielten am 12. Oktober 2001: Rot - Michael Sanockyj, Gelb - Torsten Berking, Blau - Peter-René Töttger.


1. Ie2-e4, IIc2-c4, IIId2-d3
2. SIg1-f3, IId2-d3, SIIIg1-f3
3. Id2-d4 (? der e-Bauer hängt), IIc4:Id4, SIIIf3:Ie4
Rot investiert 2 Bauern für eine schnelle Entwicklung und setzt so aggressiv fort, wie er begonnen hat. Na, wenn das mal gut geht...
4. DId1:d4 (? besser S:d4!), SIIg1-f3, SIe4-IIIf3(?)
Der blaue Rückzug bedeutet Tempoverlust. Rot und Gelb deckten den blauen Springer gegenseitig.
5. DId4-a4 ++, LIIc1-d2, LIIIc1-d2
Ein äußerst seltenes Ereignis im Stern: Rot gab Schach-Schach gegen beide Gegner...
6. DIa4-b3, DIId1-c2, IIIe2-e3 (? besser Dc1!)
7. DIb3:IIIb2, DIIc2:Ic2, SIIIb1-c3
8. LIc1-e3, IIe2-e3, TIIIa1-b1 (!)
9. DIIIb2-IIIa3, LIIf1-e2, LIIIf1-e2
10. LIf1-e2, LIId2-c3, SIIIc3-Ib4 (! greift beide Damen an)
11. DIIIa3:IIIa2, DIc2-IIg3, 0-0
12. 0-0, IIh2-h3, TIIIf1-e1
13. SIb1-c3, SIIf3-d4, IIIc2-c4 (!)
Blau deckt den SIb4, greift den gelben SIId4 an und sperrt die rote DIIIa2 aus.
14. TIa1-d1, SIId4-c2, LIIIe2-f1
15. Ia2-a3, SIIb1-d2, SIb4-IIIc3
16. DIIIa2-IIIa3, IIf2-f4 (! Überraschung), TIIIb1-b3
17. DIIIa3-Id3, 0-0-0 (?! große Überraschung), DIIId1-e2
18. DId3-c2 (!? die Dame hat schon 9 Züge gemacht), DIIg3-f2, TIIIe1-a1
19. TIf1-e1, KIIc1-b1, TIIIa1-b1
20. LIe3-c1, IIg2-g4 (! gegen beide Gegner gerichtet), IIIh2-h3
21. LIe2-f1, IIg4-IIIg4 (! Attacke), IIIh3:g4
22. Ib2-b4 (?! gegen Gelb), IIf4:IIIg4, SIIIf3-h2
23. SIc3-e4, IIh3-h4, IIIc4:Ib4
24. Ia3:b4, SIId2-b3, SIIIc3:Ib4


nach dem 24. Zug

Zwischenbilanz: Spätestens jetzt ist die Eröffnungsphase abgeschlossen. Noch sind alle Figuren auf den Brettern. Rot hat zwar nur noch 3 Bauern aber offene Linien und starke Aktivität. Gelb hat die meisten Bauern, sogar zwei verbundene im Zentrum, die aber nicht mehr von den Flügelbauern unterstützt werden können. Die gelben Figuren sind gegen beide Gegner gerichtet. Der gelbe König steht momentan zwar einigermaßen sicher, aber der offene Damenflügel kann ihm leicht zum Verhängnis werden. Dort hat Blau nämlich bereits eine Turmbatterie auf der b-Linie errichtet, während sein Springervorposten die rote Dame beschäftigt. Das blaue Zentrum ist fest, wegen der verbundenen Bauernkette. Allerdings sind ein Läufer und ein Springer im eigenen Lager eingesperrt und die Königssicherheit ist fragwürdig angesichts der potentiellen gelben Einsatzkraft am Königsflügel. Auch der rote König kann sich da nicht ganz sicher fühlen. Es sieht zwar so aus, als stünde momentan Gelb am besten, aber...


25. DIc2-d2, TIId1-g1 (??? schwerer Patzer), SIb4-IIId4
26. SIe4:IId3, LIIe2:d3 (?! was sonst), SIIId4:IIc3+ (!!)
Blaue Diplomatie - damit er nicht zu sehr in Vorteil gerät und sich deshalb der rot-gelben Koalition aussetzen muß, gibt er gleich freiwillig den coolen Springer ab.
27. DId2:IId3, IIb2:c3 (?! was sonst), LIIId2-IIa4
28. DIId3:IIc3, SIIc2-d4, IIIg2-g3
29. SIf3-IIe4, DIIf2-e1(?), LIIIf1-g2 (! Schaut gierig nach IIa1 und roter DIIc3, das war den Springer wert.)


nach dem 29. Zug

Zwischenbilanz: Fünf Züge später hat Gelb nur noch eine Ruine. Sowohl Rot als auch Blau sind in die gelbe Festung eingebrochen. Die rote Figurenfreiheit ist erschreckend und die blaue Turmbatterie nicht minder!


30. SIIe4-IId2+ (nun fällt die gelbe Dame), DIIe2:d2, DIIIe2-c2 (! c-Linie besetzen)
31. DIIc3:IId2, KIIb1-a1 (? vom Regen in die Traufe), IIId3-d4
und nicht etwa blauer LIIa4:IIb3, denn dann setzt Rot mit DIId2:IIa2 Gelb einfach matt!
32. TIe1:IIe3, TIIg1-d1, DIIIc2-Ic2
33. DIId2-IIc3+ (? der TId1 hängt), KIIa1-b1, DIc2:Id1
34. Ig2-g3 (Luftloch), SIId4-c2 (!! beide gegnerischen Damen hängen), LIIIg2:IIc3

nach dem 34. Zug

Zwischenbilanz: Es kommt, wie es kommen muß, sonst setzt die rote DIIc3 den gelben Monarchen auf IIa1 matt. Elegant, wie Gelb sein Problem gelöst hat! Plötzlich ist er wieder im Spiel, aber ob seine desolate Königsstellung verteidigt werden kann...


35. TIIe3:IIc3, TIId1:Id1, SIIIh2-f1 (! Figur aktivieren)
36. LIc1-f4, TIIh1-c1, TIIIb1-c1
37. TIIc3-Ic1 (?! bietet Rundtausch der Türme an), TId1-IId1, TIIIc1-e1 (abgelehnt)
38. LIf1-h3, TIId1-d4, LIIa4:IIb3
39. LIf4-IIIc2, IIa2:b3, TIIIb3:IIb3+
40. LIh3-g2, KIIb1-a1 (?! besser wohl KIIa2), TIIIe1-a1+


nach dem 40. Zug

Zwischenbilanz: Es sieht so aus, als sei Gelb am Ende und Blau hätte gesiegt, aber es tut sich plötzlich und unerwartet eine Rettung auf, denn Rot am Zug kann noch helfend einschreiten...


41. LIg2-f1 (! deckt das Feld IIa3 gegen Blau), SIIc2-a3 (! ja), SIIIf1-d2 (! vorwärts)
42. TIc1:IIc1+, KIIa1-a2, TIIb3-IIIb2
43. LIIIc2-If4, TIId4-d2, SIIId2-b3 (! vorwärts)
44. LIf1-g2, TIId2-Id1+, SIIIb3-IIc4 (! der Dominator, Rot muß aus dem gelben Schach ziehen)
45. LIg2-f1, TId1-IId4, TIIIb2-IIb2+
46. TIIc1-IIc3 (!), KIIa2-a1, TIIIa1-c1 (!)
47. TIIc3-IIc1+, SIIa3-b1, TIIIc1-a1+
48. LIf1-IIa3, TIId4:c4 (versucht den gordischen Knoten zu zerschlagen), TIIb2-IIb3
49. TIIc1:IIb1+ (?? der Totalverlust), KIIa1-a2, TIIIa1:IIa3 #
50. Rot verzichtet auf sein Zugrecht, weil (TIIb1:IIb3 ?) das blaue Matt gegen Gelb unabwendbar ist.


Fazit: Blau gewinnt! Rot und Gelb haben gemeinsam verloren! Ein heißer Tanz, nicht wahr?

Sicher hätten wir auch an mancher Stelle "bessere" Züge machen können, aber besser spielen wir eben nicht Schach. Die Hauptsache ist, Sie haben anhand des Beispiels den Umgang mit den Stern-III-COLOR-Koordinaten, den (zugegebenermaßen schwierig zu lesenden) Diagrammen und einige Tücken dieses Spiels kennen gelernt.


Eine Dreieck-III-COLOR-SCHACH-Beispielpartie


Es folgt eine recht ungewöhnliche Dreieck-Partie mit einem furiosen Mattfinale. Rot spielt eine Larsen-Eröffnung (A00), gegen die sich Gelb und Blau zentralsymmetrisch verteidigen. Für dieses Beispiel benutze ich die Kurznotation. Dokumentiert sind die jeweils "weißen" Züge. Es spielten am 11. Juli 2003: Rot - Michael Sanockyj, Gelb - Peter-René Töttger, Blau - Heinz Kunitschke, und zwar war dies die dritte Dreieck-III-COLOR-Partie, die überhaupt je gespielt wurde.


1. b3, Sf3, Sf3
2. Lb2, d3, d3
3. Sf3, e4, e4
Gelb und Blau stellen Rot bisher vor keine schweren Aufgaben. Nun aber wird die Symmetrie gebrochen.
4. d3, Le2, Sc3
5. e4, Lg5 (?!), Le2
6. Le2, L:f6, L:f6
Gelb möchte beide gegnerischen Königsflügel schwächen, gibt dafür aber sein Läuferpaar auf.
7. 0-0, c3, 0-0
8. c4, Dc2, Le3
9. Lc1, 0-0, Db1
Da alle drei Spieler kurz rochiert haben, sind die Königsstellungen symmetrisch, d.h. Angriffe am Königsflügel richten sich nun immer gegen beide Gegner. (Strategisch gesunder scheint mir allerdings, unsymmetrische Königsstellungen anzustreben, einfach weil das Spiel dann schwieriger zu berechnen ist. Zum Zeitpunkt der Partie war mir dieser Aspekt aber noch unklar.)
10. f4, Sbd2, b4
11. c:b5, Tad1, Db3+I
12. Kh1, Sc4, D:b4
13. d4, Se3, Db3
14. d5, Sd5, L:d4
15. e:d5, Tfe1, Se2
16. Sc3, a3, Tad1
17. g4 (?!), e:f5, g4 (?!)
Jetzt entbrennt die Schlacht um den Königsflügel.
18. Lf3, f:g6 ep, f:g3
19. g4, Sd2, Lg2
20. h4, Se4, Sf4
21. h5, Lf1, Sh5
22. h6, Sg3, Lh1
23. Lb2, Dd2, Tf5
24. Se4, Dc1 (? zu passiv, besser war wohl Se4), Sf6+II
25. Sf6+II+III (?? verliert ersatzlos die Figur), g:f3, Tdf1
26. Dd3, Se4, T:f6
27. De2, Dh3+I, T:f7
28. Kg1, Sg4 (? droht zwar Blau matt im nächsten Zug, aber...), T:f8!#I

Fazit: Gelb hätte im 28. Zug unbedingt S:f2 spielen müssen, um weiter im Spiel zu bleiben. So gewinnt Blau mit einem sehenswerten Mattbild nebst Doppelschach gegen beide gegnerischen Könige und nutzt dabei auch noch geschickt den gelben Angriff gegen den roten Monarchen zu seinen Gunsten.

Nun liegt es bei Ihnen, die III-COLOR-Bibliothek zu bereichern. Schicken Sie mir Ihre Partien, wenn Sie möchten. Vielleicht lege ich irgendwann eine Datenbank an.

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